Unsere Grundhaltung
Wir orientieren uns an einem ganzheitlichen und christlichen Menschenbild. Die Würde jedes einzelnen Menschen mit allem was er ist, was er kann und was ihm auch fehlt und was er nicht kann steht für uns im Zentrum unseres therapeutischen Denkens und Handelns. Therapie heißt für uns daher nicht, die Menschen die sich uns anvertrauen, an eine Norm anzunähern, sondern mit jedem Einzelnen individuell Ziele zu erarbeiten, zu überprüfen und gemeinsam zu verfolgen. Als Mitarbeiter einer Diakonischen Einrichtung der evangelischen Kirche bestimmt das christlich-biblische Menschenbild unser Handeln, in der Behandlung von Patienten ist unser Ziel jedoch jeden einzelnen Menschen zu seinen persönlichen Werten und Überzeugungen (zurück) zu verhelfen. Somit finden Patienten aus allen Glaubenskreisen und auch solche die keinem Glauben anhängen in gleicher Weise bei uns Unterstützung.
Gruppenbehandlungskonzept
Der Gedanken vom Menschen als Wesen der Gemeinschaft prägt vielfach unser psychotherapeutisches Behandlungskonzept. Die Art wie jemand mit anderen Menschen umgeht in Beziehungsangeboten und Reaktionen, in Nähe und Distanz, ist häufig ein Spiegel der Entstehung und ihres/seines Umgangs mit seelischen Beschwerden. Noch wichtiger als die Entstehung ist aber die Veränderung von krankmachenden Beziehungsmustern. Dies geht gemäß unserer Erfahrung am ehesten in therapeutischen Gruppen wo begleitet durch Therapeuten aus dem Klinikteam häufig solche Beziehungsmuster auftreten und dann direkt vor Ort beobachtet werden können. Mit Hilfe der Gruppe und der Therapeuten ist dann oft ein Anstoß zu Veränderungen zu erarbeiten. Uns gelingt es dadurch oft, dass wir nicht über Probleme reden sondern direkt an Problemen arbeiten können. Um dieses zu ermöglichen haben wir der Gruppe in unserem Behandlungskonzept eine große Rolle eingeräumt: Jeder Patient unserer Klinik gehört vom ersten bis zum letzten Tag zu einer Gruppe, wird am Anfang in diese Gruppe aufgenommen und am Ende der Behandlung aus dieser Gruppe verabschiedet. Die Gruppe trifft sich täglich zu verschieden Therapiebausteinen (Gesprächsgruppe, Gestaltungstherapie, Rollenspiel, Körperarbeit, Therapiezielbesprechung, Sozialberatungsgruppe), Die Gruppenmitglieder lernen sich kennen und können zueinander ein passendes Maß an Vertrauen finden.
Wer kann bei uns Hilfe finden
Welche Krankheiten Viele unserer Patientinnen und Patienten leiden unter depressiven Symptomen und Angstsymptomen sei es im Rahmen einer erstmals aufgetretenen Depression, einer mehrfach wiederkehrenden Depression, eines Burn-Out-Syndroms, einer Mobbing-Situation, einer verlängerten Trauerreaktion oder im Rahmen von Persönlichkeitsbesonderheiten. Daneben werden bei uns Patienten mit Psychosen verschiedener Art behandelt.
Was wir von unseren Patienten erwarten
Grundsätzlich ist für jemanden der Unterstützung in unserer Tagesklinik sucht erforderlich, dass es möglich ist morgens zu kommen, den Tag bei uns zu verbringen und nachmittags wieder in ein tragfähiges Zuhause heimzugehen. Ferner ist es notwendig die Wochenendpause (bei uns immerhin von Freitag Nachmittag bis Montag Morgen) bewältigen zu können. Sollten Krisen mit Selbstmordgefahr, Selbstverletzungsgefahr oder der Gefahr sonstiger Ausnahmezustände im Raume stehen erwarten wir einen ausreichend offenen Umgang bezüglich dieser Themen mit uns so dass wir mit unseren Patienten/Patientinnen die Gefährdung einschätzen können und auch einschätzen können wie (und von wem) die Verantwortung getragen werden kann. Jede(r) Patient(in) sollte nach eigene Möglichkeiten und Kräften dazu beitragen dass Stabilität entsteht (z.B. durch Meiden von unnötigen Belastungen oder Klären von dauernd schwelenden Konflikten) und Fortschritte möglich sind (z.B. durch Offenheit in der Gruppe, Ansprechen eigener Belange, Überwinden von Ängsten und Unannehmlicheiten) Wir erwarten auch dass während der Behandlung keine weitreichenden Entscheidungen (Familie, Beziehungen, Arbeitsplatz, größere Geldbeträge) ohne Rücksprache mit uns getroffen werden. Völlige Abstinenz von illegalen Drogen, nicht abgesprochenen Medikamenten (insbes. Schmerz, Beruhigungs- und Abführmittel) ggf. auch von Alkohol sind notwendig.
Unsere Grenzen
In der Tagesklinik sind wir darauf angewiesen mit unseren Patienten Vereinbarungen einzu-gehen, die das Miteinander regeln, sowohl generell als Klinikregeln wie auch mit jedem einzelnen Patienten und jeder Patientin individuell. Wenn deutlich wird, dass diese Vereinbarungen Krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht möglich sind kann eine Behandlung möglicherweise nicht stattfinden.
Unser Team
besteht aus Ärzten und Ärztinnen, Psychologen, Pflegepersonen, Kunst und Gestaltungs-therapeutinnen/en, einem Ergotherapeuten so-wie einem Sozialarbeiter. Ferner sind noch Mitarbeiterinnen in der Verwaltung und der Hauswirtschaft.
Körperliche Gesundheit Da seelisches und körperliches Wohlbefinden eng zusammenhängen, ist es uns wichtig einen Überblick über die körperliche Gesundheit zu erlangen. Dazu findet zu Beginn der Behandlung eine körperliche Untersuchung statt. Wir erwarten von unseren Patenten Informationen über den bisherigen körperlichen Gesundheitsverlauf und Behandlungsmaßnahmen, evtl auch die notwendige Erlaubnis mit dem Hausarzt Kontakt aufzunehmen um Informationen und Einschätzungen abzugleichen. Meist ist es sinnvoll dass der Hausarzt auch während der Behandlung in der Tagesklinik Hauptansprechpartner für körperliche Erkrankungen bleibt. Haus- und Facharztbesuche sollten außerhalb der Klinikzeiten stattfinden ebenso verordnete Anwendungen (Massage, Physiotherapie). Die Mitarbeiter der Klinik sollen über solche Besuche und ihre Ergebnisse informiert werden. Besuche bei einem Psychiatrischen Facharzt sind während der gesamten Dauer der tagesklinischen Behandlung nicht möglich.
Psychopharmaka
Auch wenn ein Teil der Behandlungen bei uns ohne Psychopharmaka (= das seelische Befinden beeinflussende Medikamente) stattfinden, sind diese Medikamente für viele unserer Patienten unerlässlicher Bestandteil ihrer Behandlung. Medikamente werden bei uns stets nach den neuesten und aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen verordnet. Grundlage dieser Medikamentösen Behandlung ist stets wechselseitige Offenheit und Information. So erwarten wir von unseren Patienten einen möglichst ausführlichen und detaillierten Erfahrungsbericht über die bisher eingesetzten Medikamente, Wirksamkeit und unerwünschte Wirkungen, sowie in der Regel die notwendige Erlaubnis mit Vorbehandlern Kontakt aufzunehmen um die bisherigen Erfahrungen in unsere Überlegungen mit aufnehmen zu können. Umgekehrt werden wir in jedem Fall die Begründung für die Notwendigkeit einer Psychopharmaka-Behandlung erläutern, die verschiedenen Möglichkeiten erläutern und Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren. Selbstverständlich führen wir auch Blut-Laborkontrollen aus wenn dies zur Verträglichkeitsüberprüfung bei einem Medikament nötig ist und stehen für entsprechende Fragen zur Verfügung. Die Notwendigen Psychiatrischen Medikamente bekommen unsere Patienten von uns in der Klinik täglich oder wöchentlich ausgehändigt.
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